Abschlussfahrt der Forsttechniker 2024/26 über Österreich nach Rumänien

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Foto: Alexandra Hennig (Forstschule)

Am Samstag, 18.07.26, machten sich die Forsttechniker des aktuellen Prüfungsjahrganges auf den ca. 1600 km weiten Weg nach Gurghiu in Rumänien zu ihrer Abschlussfahrt. Der erste Zwischen-stopp wurde in Graz eingelegt. Von dort aus ging es, nach einem gemeinsamen Abendessen und einer Runde durch den Stadtpark, weiter nach Bad Tatzmannsdorf an die österreich-ungarische Grenze.

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Foto: Alexandra Hennig (Forstschule)

Ein erstes Exkursionshighlight bildete der Besuch des Forstbetriebs Lockenhaus, der am Sonntag auf dem Programm stand. Betriebsleiter DDIPL.-ING. Christoph Lainer-Findeis führte durch die 5.500 ha umfassenden Wälder der FÜRST ESTERHÁZY'SCHE PRIVATSTIFTUNG LOCKENHAUS. Er erklärte sein waldbauliches Vorgehen anhand unterschiedlichster Waldbilder und bot den frisch gebackenen Forsttechnikern vielfältige Möglichkeiten zum Austausch. Dabei ergab sich ein buntes Programm, das die Themen Waldbau, Holzeinschlag und -nutzung, Jagd und die Besonderheiten der Arbeit einer Stiftung genauso umfasste, wie die besondere Lage des Betriebs und seine geologischen Bedingungen. Auch hier, in den östlichsten Ausläufern der Alpen ist der Klimawandel zu spüren, buchendominierte Altbestände leiden zunehmend unter der Trockenheit. Zur Stärkung gab es eine leckere Jause, die Herr Lainer-Findeis aus seinem Fahrzeug hervorzauberte. Nur das aufziehende Gewitter konnte diesen ersten eindrucksvollen Exkursionstag beenden.
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Foto: Alexandra Hennig (Forstschule)

Nach einem weiteren Fahrtag kam die Gruppe am Montagabend schließlich in Gurghiu an. Dort wurde sie von Schulleiter Dr. ing. Marcel Mindru mit einem Abendessen begrüßt. Er leitet das Lieul Silvic in Gurghiu, das von 14- bis 18- jährigen Schülern besucht wird und zu einem Berufsabschluss, vergleichbar mit dem Forstwirt in Deutschland, führt. Da gerade die Sommerferien begonnen hatten, waren die deutschen Gäste in den Internatszimmern der Forstschule untergebracht.
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Foto: Alexandra Hennig (Forstschule)

Der Dienstag startete mit einem Rundgang über das weitläufige Gelände der Schule. Neben dem Schulgebäude, dem Internat und einer Turnhalle findet sich hier ein Schulgarten, indem neben Forstpflanzen auch Kartoffeln und Gemüse für die Kantine wachsen. Anschließend wurde das im Dorfzentrum gelegene, ehemalige Jagdschloss der ungarischen Adelsfamilie Bornemisza besichtigt. Hier war die Forstschule bis 1968 untergebracht. Es wird gerade begonnen das Anwesen zu restaurieren. Im angrenzenden Park, der als englischer Landschaftsgarten angelegt wurde, wach-sen über 250 Baumarten aus der ganzen Welt, von der Douglasie über den Blauglockenbaum bis hin zu dem baumartigen Juniperus virginiana. Bei einem ersten Abstecher in den Wald konnten in dem 48 ha großen Naturschutzgebiet Padurea Mociar bis zu 800 Jahre alte Eichen bestaunt wer-den, die beeindruckende Durchmesser aufweisen, aber zu 90% bereits abgestorben sind. Die Rinde und das abgestorbene Holz wiesen Kratzspuren von Bären auf, die in der Gegend häufig vorkommen. Die Pseudogleyböden neigen stark zu Verdichtung, was dazu führt, dass Fahrspuren im Wald stark verdichtet und immer wieder mit Wasser gefüllt sind. Dies erwies sich als ideales Laichhabitat für die Gelbbauchunke. Am Nachmittag lud ein Badesee bzw. ein Freibad zu einer Abkühlung ein. Besonders sind dabei die immer wieder vorkommenden Salzstöcke, die früher zu Solegewinnung genutzt wurden und heute eine Badeerlebnis wie im Toten Meer vermitteln.
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Foto: Alexandra Hennig (Forstschule)

Am Mittwoch wurde die Gruppe von mehreren rumänischen Forstfachleuten und dem Schulleiter Marcel durch die Bergwälder der Inneren Ostkarpaten geführt. Besonders stolz ist man in Rumänien auf die Jagd, sodass ein erster Stopp der privaten Jagdsammlung des Prinzen Dimitri Sturdza galt. Der Gutsverwalter zeigte eine beeindruckende internationale Trophäensammlung. Neben Präparaten von afrikanischen Antilopen und Büffeln zählten auch solche von heimischen Hirschen, Rehböcken und Schwarzwild sowie Bärenfelle und -schädel zur Sammlung. Die Exkursion führte im Anschluss auch an Bärenkirrungen vorbei. Außerdem gab es verschiedene Jagdhütten, eine Forstbaumschule mit 200.000 Fichtensämlingen, einen Holzplatz, eine Fischzucht und unterschiedliche Waldbilder zu sehen. Das staatliche Forstamt bewirtschaftet als Einheitsforstamt ca. 12.000 ha Staats- und 8.000 ha Privat- und Körperschaftswald. Als Dankeschön für diesen Tag erklangen die aus Lohr mitgebrachten Jagdhörner, sehr zur Freude der rumänischen Gastgeber.
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Foto: Alexandra Hennig (Forstschule)

Mit dem Donnerstag war auch schon der letzte Tag in Rumänien angebrochen. Zwei interessant Besichtigungen standen auf dem Programm, am Vormittag die Besichtigung einer Streichinstrumentenfabrik. Gliga Instrumente Muzicale S.A. ist international bekannt für seine Violinen „made in Romania“. Bei der Besichtigung des Werksgeländes konnten alle Fertigungsschritte vom ersten Holzscheit bis zum fertigen Instrument erkundet werden. So erfuhr die Gruppe, dass ca. 300 (Hand)arbeitsstunden benötigt werden, um eine Geige zu bauen. Ein spannender Einblick in eine besondere Art der Holznutzung, da waren sich die Besucher einig.
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Foto: Alexandra Hennig (Forstschule)

Am Nachmittag wurde das Werk von Irum Tractoare romanesti besucht. Auch hier standen die Ein-drücke ganz unter dem Motto „made in Romania“. Der Hersteller von land- und forstwirtschaftlichen Maschinen gewährte Einblicke in sämtliche Fertigungsschritte: Von der Gießerei über den Metall-bau an vielen Drehbänken aus Deutschland, aber auch modernen CNC-Fräsen und Lasertechno-logie, die Lackiererei und die Endmontage. Am Standort werden bis auf Motoren und Getriebe alle Teile selbst gefertigt. So manchem Besucher war deutlich anzumerken, dass es ihm in den Fingern juckte, das ein oder andere Fahrzeug einem Praxistest zu unterziehen.
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Foto: Alexandra Hennig (Forstschule)

Zum Abschluss der Tage in Rumänien erklangen wieder die Jagdhörner. Mit dem Signal „Jagd vorbei“ endete zwar nicht die Jagd, aber leider schon der Besuch der rumänischen Forstschule.
Nach zwei Rückreisetagen, mit Übernachtung in Wien, kamen alle Exkursionsteilnehmer wieder in Lohr an, froh zu Hause zu sein, aber auch mit vielen Eindrücken der vergangenen Tage im Gepäck.