Forsttechniker für Deutschland in der Schweiz
Lohrer Team erringt den fünften Platz bei den Europameisterschaften der forstlichen Schulen.

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Vom 25. bis zum 28. Mai 2017 fanden in Maienfeld, Schweiz, die 16. Europameisterschaften der forstlichen Schulen statt. Deutschland wurde von einem vierköpfigen Team der Bayerischen Technikerschule für Waldwirtschaft aus Lohr a. Main vertreten. In der Gesamtwertung erreichte die Mannschaft unter 18 Nationen einen beachtlichen fünften Platz.

Austragungsort der Europameisterschaften war Maienfeld mit der dortigen Försterschule des Kantons Graubünden. Der forstliche Wettkampf bestand aus einem technischen (fünf Motorsägendisziplinen analog den Waldarbeitsmeisterschaften) und einem fachpraktischen Teil, dem sogenannten Forstparcours.
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Team Germany 2017

18 Nationen nahmen teil
Am Wettkampf nahmen forstliche Schulen aus 18 Ländern Europas mit jeweils 4 Wettkämpfern im Alter zwischen 17 und 25 Jahren teil. Vertreten waren Estland, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Schweden, das Gastgeberland Schweiz, Serbien, Slowenien und Ungarn. Zum ersten Mal waren auch interessierte Beobachterkommissionen von zwei russischen und einer ukrainischen Schule anwesend.
Die forstlichen Aufgaben
Am ersten Tag im Forstparcours waren 16 Aufgaben zu bewältigen. Dazu gehörten z.B. Alters- und Durchmesserbestimmungen an Bäumen, Volumen-, Vorrats- und Flächenermittlungen, Kenntnisse zu Bäumen, Wildtieren, Holzarten und Schädlingen, aber auch der Umgang mit Erste-Hilfe-Situationen.
Dabei waren die Wettkämpfer als gut zusammenarbeitendes und harmonisierendes Team gefordert. Mit nur einfachsten Hilfsmitteln ausgestattet, wie einem 1 Meter langen Relaskopstab, Schreibpapier und Bleistift, mussten die Aufgaben gelöst werden.
Heuer fand der Wettkampf im Bergwald in einer Höhenlage von ca. 1.000 bis 1.400 m üNN statt. Die hier vorherrschenden intensiv strukturierten Plenterbestände stellten an „Flachlandteams“ höchste Anforderungen. In diesem alpinen Gelände ist zudem eine absolute körperliche Fitness mitentscheidend, da der Forstparcours in einem vorgegebenen Zeitrahmen zu absolvieren ist und Zeitüberschreitungen Strafpunkte nach sich ziehen.
Team Germany 2017
Das „Team Germany“ wurde von der Bayerischen Technikerschule für Waldwirtschaft in Lohr gestellt. Es nahmen als Wettkämpfer teil: Paul Bessler aus dem Saarland, Linus Hofmeier und Robin Ihle aus Baden-Württenberg und Maximillian Molitor aus Nordrhein-Westfalen. Begleitet wurden die vier Wettkämpfer von Fachlehrer Wolfgang Weis als Teamleiter, dem Trainer in den Motorsägendisziplinen Gotthard Schwender und dem technischen Assistenten Hendrik Wörner.
Die Fachkraft für Arbeitssicherheit der Bayerischen Forstverwaltung, Peter Tretter, war erneut Leiter der internationalen Head Jury, die einen fairen Wettkampf garantierte.
Überragende Leistungen an den Motorsägen
In den Motorsägendisziplinen (Kettenwechsel, Kombinations- und Präzisionsschnitt, Fällung und Entasten) wurden die Teilnehmer der Technikerschule erstmals vom ehemaligen deutschen Meister der Waldarbeiter Gotthard Schwender aus Gräfendorf trainiert. Nach einem nur zweimonatigen Training hat die neu zusammengestellte Mannschaft bereits beachtliche Ergebnisse erzielen können. Allerdings hatte auch die Konkurrenz viel und gut trainiert. Überragende Leistungen an den Motorsägen zeigten die Wettkämpfer aus unseren Nachbarländern Österreich, der Schweiz und Slowenien. Insbesondere das Ranking um den dritten Platz fiel denkbar knapp aus.
Sieger der Gesamtwertung
Sieger in der Gesamtwertung des Wettkampfes wurde die Mannschaft aus Österreich, vor der Schweiz und Rumänien. Ein Platz auf dem „Treppchen“ war für die Lohrer in diesem Jahr nicht zu erringen, das deutsche Team belegte den 5. Platz. Alle Teilnehmer und Schiedsrichter waren von der hervorragenden Organisation und Gastfreundschaft der veranstaltenden Maienfelder “Försterschule“ beeindruckt. Besucher aus der gesamten Region kamen zu dem Event. Zur Eröffnung der Veranstaltung war die politische Prominenz des Kantons vertreten. Für das Team aus Lohr wird neben dem Wettkampf, das Kennenlernen vieler Teilnehmer der anderen Nationen dauerhaft in Erinnerung bleiben. Die begleitenden Lehrkräfte und Schiedsrichter schätzen die Vertiefung forstlicher Kontakte zu anderen europäischen Schulen. Im Rahmen solcher Veranstaltungen wächst Europa ein Stück weiter zusammen.
Vorschau auf 2018
Im nächsten Jahr findet die Europameisterschaft der forstlichen Schulen in Sopron, Ungarn statt. „Wir werden auch 2018 wieder ein Team auf die Beine stellen“, lautet das Fazit der Lohrer Verantwortlichen.