Geschichte

schwarz-weiß Bild der Forstschule nach Eröffnung

Historische schwarz-weiß Aufnahme der Forstschule nach der Eröffnung
Bild: Fstsw

Durch Bekanntmachung des Königlichen Staatsministeriums der Finanzen wurde im Jahr 1888 die Waldbauschule Lohr als "Ausbildungsstätte für den Forstbetriebs- und Schutzdienst" ins Leben gerufen. Weitere Waldbauschulen wurden damals in Kelheim, Wunsiedel, Trippstadt und Kaufbeuren errichtet.

Diese Waldbauschulen hatten die "Heranbildung von Organen des Forstbetriebsvollzugs- und Schutzdienstes" zum Ziel. Umgeben von Wäldern war Lohr Sitz der königlichen Verwaltungen.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges setzten Überlegungen zu einer Neuordnung des Ausbildungsganges für Försterlaufbahnen ein. Da heimkehrende Kriegsgefangene und heimatvertriebene Forstleute wieder in den Dienst traten, sanken die Ausbildungszahlen deutlich, so dass im Jahr 1922 die Ära der Waldbauschule in Lohr zu Ende ging.

Erst 1931 wurde die Ausbildung zum "unteren und mittleren Dienst der Staatsforstverwaltung" wieder aufgenommen und für ganz Bayern der Forstschule Lohr übertragen. Das machte den Neubau des heutigen Forstschulgebäudes im Jahr 1937/38 erforderlich. Doch bereits im Jahr 1939 wurde die Revierförsterausbildung eingestellt, da auch die Anwärter und das Lehrerkollegium zum Kriegsdienst eingezogen wurde.

Im Mai 1946 konnte nach Freigabe der Gebäude durch die Militärregierung der Unterricht in der Forstschule fortgesetzt werden. Die Forstschüler der Nachkriegsjahre waren überdurchschnittlich alt und durch den Krieg gereift. Unter ihnen befanden sich Schulabgänger ebenso wie hochdekorierte Offiziere, die nun im Rang eines "Forstschülers" die Schulbank drücken mussten. In den ersten Nachkriegsjahren wurden die Revierförster- und Forstwart-Lehrgänge in verkürzter Form abgehalten, um die Personalnot und den Stau der Kriegsteilnehmer abzubauen. Im Jahr 1949 kehrte man zur einjährigen, später wieder zweijährigen Ausbildungsdauer zurück.

Mit der Errichtung der Fachhochschule Weihenstephan im Jahr 1973 verlor die Forstschule ihre bis dahin wesentlichste Aufgabe.

Die frei gewordenen Kapazitäten dienten vor allem der verwaltungsinternen Aus- und Fortbildung aller Laufbahnen der Bayerischen Staatsforstverwaltung genutzt.So wurden z.B. in den Jahren 1971 - 1975 die Beamten für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst in einem elfmonatigen Studium an der Forstschule auf ihre Aufgabe als Büroleiter vorbereitet.

Die Absolventen der Forstlichen Fachhochschulen, die sich auf eine Revierleitertätigkeit bei der Bayerischen Forstverwaltung vorbereiten, absolvieren seit 1976 einen Teil des Vorbereitungsdienstes sowie die Anstellungsprüfung für den gehobenen technischen Forstdienst an der Forstschule in Lohr.

Mit Gründung der Bayerischen Technikerschule für Waldwirtschaft im Jahr 1981 wurde jedoch wieder an sie alte Tradition der forstlichen Ausbildung angeknüpft. Forsttechniker sind bundesweit vor allem im privaten und kommunalen Revierdienst tätig.

Seit 2005 ist die Ausbildungsleitstelle der Forstverwaltung in Lohr angesiedelt. Im Rahmen der Vorbereitungsdienste der dritten und vierten Qualifikationsebene hat die Forstschule umfangreiche Aufgaben übernommen. Neben mehrwöchigen bis mehrmonatigen Lehrgängen ist sie insbesondere für die gesamte Organisation der Ausbildung und die Abwicklung der Prüfungen zuständig.